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Streitschlichten
Streiten gehört zum Alltag - nicht nur in Schulen. Immer häufiger ist die Rede von erhöhter Gewaltbereitschaft. LehrerInnen und Eltern stehen den ansteigenden Aggressionen oft hilflos gegenüber, da die Handlungskompetenz hinsichtlich der Lösungsstrategien dauerhaft über die Maßen strapaziert ist. Auf der Grundlage der Erfahrungen, die in den USA und in Deutschland im schulischen und außerschulischen Bereich gemacht wurden, ist ein Streitschlichterprojekt für unsere Schule umgesetzt: · gemeinsam mit SchülernInnen werden Konfliktsituationen analysiert, · die dabei auftretenden -oft beschämenden- Gefühle erfahrbar gemacht, · und angemessene Konfliktlösungsverhalten trainiert. Ziel der Streitschlichtung sind nicht nur kurzfristige Konfliktlösungen, sondern auch langfristige Lösungsperspektiven für ein friedfertiges Miteinander im Schulalltag zu erarbeiten. Als Schlichter treten dabei SchülerInnen auf, die mit dem schulischen Umfeld, mit Alter und Geschlecht der Streitenden vertraut sind. Die eigentliche Schlichtung lässt sich in folgenden Punkten zusammenfassen: · Streitschlichtung ist ein freiwilliges Gespräch, welches nach sehr festen Regeln geführt wird. · Streitschlichtung ist eine Konfliktlösung mit Hilfe einer neutralen Person. · Streitschlichtung ist keine Gerichtsverhandlung, niemand verlässt den Raum als Schuldiger.
Das angedachte Projekt setzt sich wie folgt zusammen: Training sozialer Kompetenzen in den Klassen 5 -8: An je einem Projekttag in den 5ten Klassen trainieren die SchülerInnen in Kleingruppen und auch im Klassenverband grundlegende soziale Fertigkeiten: wie sie eigene Gefühle und die der anderen wahrnehmen, signalisieren und darüber sprechen können, wie sie sich bei Konflikten verhalten und wie sie streiten. Die Fünftklässler werden von einem Schlichtungslehrer, dem Klassenlehrer und von ausgebildeten Schlichtern der oberen Klassen betreut. Letztere stellen ihr Aufgabengebiet vor, indem sie eine Schlichtung durchführen. So wird nicht nur eine Möglichkeit zur schulinternen Konfliktlösung vorgestellt, sondern es erfolgt insgesamt auch eine Sensibilisierung und Schulung der eigenen Handlungskompetenz bei Konflikten, was eine grundlegende Voraussetzung zur gewaltfreien Erziehung darstellt. In der Jahrgangsstufe 6 werden die oben beschriebenen Inhalte aufgegriffen und vertieft. Im Rahmen der Vorbereitungen zur 3tägigen Klassenfahrt üben die SchülerInnen u.a. in Rollenspielen mit ihren sozialen Fertigkeiten konfliktfähig und eigenverantwortlich umzugehen. Sinnvoll erscheint auch eine Vertiefung und Schulung von Kompetenzen zu Konfliktlösungen in den späteren Jahrgängen. Kommunikation, Kooperation und Verantwortungsbewusstsein zu fördern, erhöht die Handlungskompetenz bei Streitigkeiten. Damit würden auch Voraussetzungen für interessierte spätere SchlichterInnen geschaffen.
Ausbildung und Betreuung der SchlichterInnen in den Klassen 9 und 10: Interessierte SchülerInnen der Jahrgangsstufe 9 werden im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts mit Zielen und Inhalten der Streitschlichtung vertraut gemacht. Sie erhalten eine umfassende Ausbildung zu SchulstreitschlichterInnen. SchülerInnen der Jahrgangsstufe 10 stehen der Schule dann als Schlichter zur Verfügung. In nach Bedarf anfallenden Einzelstunden werden die tätigen Schlichter betreut und geschult. Das Training zur Schlichtung, die Schlichtung selbst und die Mitarbeit bei den Projekttagen in den unteren Klassen ermöglichen ein besseres gegenseitiges Verständnis. Die Wahrnehmung der eigenen Emotionen und die der anderen wird geschärft. Konfliktfähige SchülerInnen können ihre Kompetenzen im Unterricht nutzen. Sie verbessern das Klassen- und im Endeffekt auch das Schulklima durch ihre Kooperation.
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